Gemeinschaftsschule Schliengen erfolgreich bei Jugend forscht Wettbewerb

Nun im fünften Jahr in Folge, konnten drei Schüler der Hebelschule Schliengen in den Kategorien Geo- und Raumwissenschaft, sowie Technik überzeugen und belegten beste Plätze in ihrer Altersgruppe. Insgesamt kamen am Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ fast 190 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Südbaden in der Sick- Arena in Freiburg zusammen um ihre Projekte in sieben verschiedenen naturwissenschaftlichen Kategorien, jeweils zwei Fach- Jurys zu präsentieren.

Timo Drolshagen und Lukas Blum, beide 13 Jahre alt, erreichten mit Ihrem Thema „Bubble Gum Remover“, einem Controller gesteuertem Reinigungsroboter aus Fischertechnikkomponenten, in einem starken Teilnehmerfeld, den zweiten Platz im Bereich Technik. Maximilian Brendlin mit seinem Projekt „Dem Feinstaub auf der Spur“ errang den ersten Platz bei den Geo-Wissenschaften. Insgesamt investierten die talentierten Hebelschüler jeweils etwa 100 Stunden in ihr Projekt, vielfach in der Jufo- AG und an Forschungsnachmittagen an der Hebelschule.

Der Wettbewerbsbeitrag der Schüler bestand aus einem technischen- naturwissenschaftlichen Objekt mit einer aufwendigen ausgewerteten Versuchsreihe, sowie einer 15 seitigen Langfassung, die alle Entwicklungsschritte ihrer Forschung widerspiegelte. Beide Projekte zeichnen sich durch ihre intensive Vorbereitung, durch Kreativität bei den Problemlösungen, sowie das Durchhaltevermögen der Schüler aus.

Timo und Lukas recherchierten zunächst verschiedene Möglichkeiten alte Kaugummis von Böden zu lösen, was sich alles andere als einfach gestaltete. Insbesondere die sogenannte „Gumbase“, ein künstlicher Polymerkunststoff, der in den meisten Kaugummis enthalten ist, macht ihn so verwitterungsbeständig und reinigungsresistent. Nachdem die Schüler etliche Verfahren, wie Fräsen oder Vereisen an Testkaugummis auf Betonplatten durchprobiert hatten, zeigten sich erst nachhaltige Erfolge mit einer Impulsdruckpumpe. Die nächste große Herausforderung war für die beiden Siebtklässler nun ein teilautonomes Fahrzeug zu konstruieren, das die Kaugummis am Boden als solche selbstständig anfährt, erkennt und entfernt. Das Erkennen meisterten sie, indem sie zunächst die reflektierten Lichtanteile eines „Standardkaugummis“ mit Hilfe einer speziellen Kamerasoftware ermittelten, dies in ein Programm schrieben, um damit ihren Fischertechnikroboter auf die Suche zu schicken. Kaugummis können dann durch eine Kamera anhand ihres „optischen Fingerabdrucks“ detektiert und vom Wasserstrahl einer Pumpe, die im Roboter verbaut wurde, entfernt werden. Zusätzliche von den Schülern montierte Ultraschallsensoren bewahren das Fahrzeug vor Hindernissen und veranlassen eine Änderung der Fahrtrichtung. Die beiden Schüler haben schon weitere Ideen, wie sie ihrem Reinigungsroboter programmtechnisch das „Dazu-Lernen“ während dieser arbeitet beibringen können.

Maximilian Brendlin (13 Jahre) hatte ebenfalls sehr intensiv für sein Vorhaben, einer funktionieren und kostengünstigen Feinstaub- Messstation, recherchiert. Betroffen durch die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Feinstäuben, die zum Beispiel von Verbrennungsmotoren ausgehen, wollte Maximilian genauer wissen, wie es damit in seiner Region aussieht. Er stieß bei seiner Suche auf das „Citizen Science Projekt“ des OK Labs in Stuttgart. Über dieses Projekt konnte er eine Selbstbauanleitung erhalten und mit kostengünstigen Komponenten insgesamt drei Feinstaub- Messstationen aufbauen. Jede Selbstbau- Station hat eine Kennung und wählt sich damit über WLAN in ein „Open Data“ Netzwerk der Uni Stuttgart ein. Dabei übermittelt die Station jede Minute den aktuellen Feinstaubwert in den Kategorien PM 10 und PM 2,5. Diese Werte werden in eine Landkarte eingebunden und zeigen über verschiedene Farben die aktuelle Feinstaubbelastung. Eine Station arbeitet bei Maximilian zu Hause in Liel, eine weitere durfte er auf das Dach der Hebelschule Schliengen montieren. Beide Stationen lieferten ihm über viele Wochen lokale Werte, die er mit den anderen veröffentlichen Messwerten landesweit und auch international vergleichen konnte. Seine Stationswerte werden u.a. in den Formaten „24 Stunden“ und einer Woche für alle Bürger direkt sichtbar.

Nachdem die handwerklichen Herausforderungen bewältigt waren, begann für Maximilian die statistische Recherche nach Auffälligkeiten bei Feinstaubemissionen. In seiner Forschung verglich er auch die Werte aus Heitersheim, Lörrach, dem Grenzort Niffer mit den Werten aus Liel und Schliengen. Die Messstationen arbeiten sehr sensibel, sodass auch Schornsteinrauch oder Motorenabgase sich bemerkbar machen. Interessant wurde es für Maximilian besonders dann, wenn die kilometerweit auseinander liegenden Stationen fast gleichzeitig Maximalwerte anzeigen, die teilweise auch die Grenzwerte überschritten. Hier galt es dann für ihn im Ausschlussverfahren zusätzlich die Windrichtungen, Temperatur und Luftfeuchtigkeit miteinzubeziehen, um erste vorsichtige Vorhersagen über mögliche Emissionsquellen bzw. deren Wege machen zu können.

Seine dritte selbstgebaute Messstation hat der Schüler mobil mit einem Powerpack, samt Sensoren in einem kleinem Gehäuse verbaut, die es so ermöglicht, auch feinste Stäube in Räumen und Werkstätten über längere Zeit zu ermitteln, um dann Menschen vor Ort vor gefährlichen Feinstäuben wie z.B. Farbpartikel aus Kopierern per Warnsignal zu informieren. Maximilian hat sich mit seiner Platzierung zusätzlich für das Landesfinale von Jugend-forscht/Schüler experimentieren qualifiziert und wird Ende April sein Projekt bzw. die Hebelschule Schliengen vertreten.



Sieger bei Jugend forscht

Insgesamt sechs Schülerinnen und Schüler der Schliengener Hebelschule, nämlich Marie Bonfiglio, Lara Dolshagen, Maximilian Brendlin, Timo Drolshagen, Valentin Reimold und Finn Scherrer, machen in diesem Jahr mit drei interessanten Projekten bei Jugend forscht mit. Zudem mitgeholfen hat Meike Wessel, eine Schliengener Preisträgerin aus dem Vorjahr. Mit ihrem Lehrer Georg Kirsch, der die Projekte seit Jahren an der Hebelschule betreut, und Stephanie Eckermann, die als Jugendbegleiterin die Forscher unterstützt, präsentieren sich die Schliengener Schüler am Donnerstag und Freitag, 9. und 10. Februar, in Freiburg beim Regionalwettbewerb von Jugend Forscht.