Auf dem Stundenplan: Soziale Verantwortung

Was zeichnet die Hebelschule aus? In einer positiven, partnerschaftlichen Atmosphäre lernen und leben wir miteinander, gestalten Zukunft und wagen Neues. Wir unterstützen unsere Schülerinnen und Schüler dabei, ihre Ziele zu formulieren und diese auch zu erreichen. Jeder einzelne kann seine Persönlichkeit weiter entwickeln. Wir begleiten die Kinder bei Herausforderungen, sie sollen gestärkt daraus hervorgehen.

 

Täglich wecken wir Verantwortungsbewusstsein

im Umgang mit Menschen

und fördern soziales Denken, Urteilen und Handeln.

 

Für die weltweite Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ werden seit Jahren im November an der Hebelschule Kartons beklebt. Diese Kartons werden dann von den Schülern gefüllt und an bedürftige Kinder weitergegeben. Neu auf dem Stundenplan ist seit dem vergangenen Schuljahr zudem das Fach „Soziales Engagement“. Ziel ist es, das Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Menschen zu wecken und soziales Denken, Urteilen und Handeln zu fördern. Hierfür ist der Projektcharakter – die Zusammenarbeit von Schule und außerschulischen Bereichen – wesentlich. Denn Verständnis und Toleranz im Umgang mit Mitmenschen können nicht allein in der Schule entwickelt werden, sondern sie entstehen genauso im zwischenmenschlichen Kontakt mit Menschen in (sozialen) Einrichtungen oder im persönlichen Kontakt. Insgesamt knapp 100 Jugendliche suchten sich so bereits ihre persönliche Herausforderung und unterstützen andere Menschen auf verschiedenste Weise. Einige halfen im Altersheim, übernahmen im Kindergarten Verantwortung, arbeiteten ehrenamtlich im Sportverein mit oder halfen in der Schule als Mentoren in der Lernzeit ihren Mitschülern.

Für die Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen der Hebelschule Schliengen bedeutet das soziale Engagement auch, eigene Stärken und Schwächen kennenzulernen und einen Umgang mit diesen zu finden. Hierfür wiederum eignet sich der schulische Rahmen, in dem über Erwartungen und Erfahrungen gesprochen wird und die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, sich auszutauschen und zu beraten. Auch der Besuch durch die betreuenden Lehrerinnen und Lehrer an der Praktikumsstelle trägt dazu bei, dass die Lernenden ihr eigenes Handeln noch besser reflektieren können.



Wir machen das Lernen für jeden Einzelnen zu einer persönlichen Angelegenheit

Unser Ziel in der täglichen Arbeit ist es, unsere Schülerinnen und Schüler Schritt für Schritt dabei zu begleiten, Bewusstsein über das Lernen zu gewinnen und ihre Potentiale zu entdecken. Das braucht individuell gestaltbare Zeit mit und für die Schüler. Im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Coachinggespräche bekommen die Schüler nämlich genau diese individuelle Möglichkeit, über ihr eigenes Lernen nachzudenken.

Mit unserer Hilfe entdecken sie teilweise auch unbewusste Lernstrategien, die sie zu Erfolgen geführt haben oder erkennen, dass Misserfolge Ursachen haben. Immer wieder geht es um die Bewusstmachung von Strategien sowie darum, die Eigenverantwortung der Schüler zu stärken. Dazu müssen ihnen natürlich die Möglichkeiten und Techniken an die Hand gegeben werden, um ihr eigenes Lernen zu steuern.

Wir geben im Coaching Orientierung über Lernwege und über den aktuellen Lernstand. Im persönlichen Gespräch unterstützen wir unsere Schüler dabei, ihre eigenen Lernziele zu finden und formulieren gemeinsam Verbindlichkeiten. Wir motivieren und schaffen Beziehung. Individuelle Ziele machen das Lernen zu einer persönlichen Angelegenheit.

Es ist wichtig, dass die Schüler ihre Themen im Gespräch selbst finden und dass ihre selbst formulieren Themen Raum bekommen. Um diese Herausforderungen als Lehrperson positiv gestalten zu können, finden regelmäßig interne und externe Fortbildungen zum Thema Coaching statt, in denen zum Beispiel bestimmte Fragetechniken trainiert werden, die neue Gedanken ermöglichen. Erst vergangene Woche beendeten drei weitere Kollegen erfolgreich ihre Ausbildung zum Lerncoach.



Wir machen unsere Schüler fit für das Berufsleben

Die Hebelschule ist eine Gemeinschaftsschule mit mehr als 500 Schülerinnen und Schülern von Klasse 1 bis 10. Ab Klasse 5 bereiten wir als Schule, das sind knapp 50 Pädagoginnen und Pädagogen, die Heranwachsenden in Schliengen auf verschiedene Abschlüsse und das Berufsleben vor. Wir ermöglichen, dass sich unsere Schüler über passende Berufe informieren und sich im Rahmen von Praktika in beruflichen Herausforderungen ausprobieren können. Zudem zeigen wir akademische Möglichkeiten auf.

Welche Abschlüsse kann ich, beziehungsweise kann mein Kind, denn nun an der Hebelschule in Schliengen machen? Diese Frage lässt sich so beantworten: Möglich ist einerseits die Mittlere Reife (Realschulabschlussprüfung) nach Klasse 10 oder aber der Hauptschulabschluss (Hauptschul-abschlussprüfung) nach Klasse 9. Im Anschluss an Klasse 10 ist zum Beispiel ein Übergang in die gymnasiale Oberstufe eines allgemein bildenden Gymnasiums (mit Französisch als 2. Fremdsprache), oder ein Übergang an ein berufliches Gymnasium (kein Französisch notwendig) möglich. Weitere Möglichkeiten sind der Übergang in eine berufliche Ausbildung und das berufliche Schulsystem.

In diesem Schuljahr machen rund 40 Schülerinnen und Schüler der beiden 10. Klassen an der Hebelschule als erster Jahrgang der Gemeinschaftsschule ihren Realschulabschluss. Die ersten Prüfungen, nämlich die mündliche Kommunikationsprüfung in Englisch, die so genannte EuroKom, findet bereits kommende Woche statt. Auf diese bereiten sich derzeit unter anderem auch Kathrin, Maria und Jan vor.



Selbständiges Lernen und Arbeiten in positiver und partnerschaftlicher Atmosphäre

Ziel an der Hebelschule in Schliengen ist es, all unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, in einer positiven und partnerschaftlichen Atmosphäre zu lernen und arbeiten. Dabei stehen der Erwerb von Eigenständigkeit und Selbstständigkeit, sowie das Erlangen kognitiver und sozialer Kompetenzen im Vordergrund.

 

 Jede Schülerin und jeder Schüler

soll nach ihren bzw. seinen individuellen Fähigkeiten

gefördert und gefordert werden.

 

 In den vergangenen Jahren entstand genau aus diesem Grund ein Raumkonzept, das Lernräume klar definiert – unter anderem Lernateliers, Inputräume, Fachräume, Makro-Räume und Mondo-Räume. Jeder Schüler verfügt über einen eigenen Arbeitsplatz in einem sogenannten Lernatelier. Der Schüler kann diesen Platz persönlich gestalten und eigene Organisationsstrukturen schaffen. In den Lernateliers befinden sich auch die Arbeitsplätze der Lernbegleiter. Hier herrscht eine Kultur des Flüsterns.

 

Typisch für die Rhythmisierung eines Schultags an der Hebelschule sind Phasen des eigenverantwortlichen Arbeitens am eigenen Arbeitsplatz, wie Unterrichtsphasen im Klassenverband und in Kleingruppen. Zum Konzept der Hebelschule gehören regelmäßig stattfindenden Inputphasen. Die Inputräume sind Räume der Kommunikation. Hier finden in kleinen Lerngruppen zum Beispiel Phasen des Frontalunterrichts (Instruktionen) statt, sowie Partner- und Gruppenarbeit, Vorträge und Präsentationen von Lehrern und Schülern. Die Räume sind mit modernsten Medien wie Beamer und digitaler Lerntafel ausgestattet.



Die Umgebung fördert erfolgreiches Lernen

 Wer das Ziel hat, erfolgreiches Lernen zu fördern, muss der Umgebung Beachtung schenken, betont unter anderem Andreas Müller, ein bekannter Lern-Theoretiker. Wir an der Hebelschule haben in den vergangenen Jahren aus genau diesem Grund ein Raumkonzept entwickelt, das Lernräume klar definiert – unter anderem Lernateliers, Inputräume, Fachräume, Makro-Räume und Mondo-Räume.

Als Makro-Räume bezeichnen wir zusätzliche Räume im Schulhaus, die sich als Lernort eignen. Das können Lernnischen sein in einer Ecke im Gang oder auf der Dachterrasse.

Wir wissen, dass Lernen überall stattfindet. Draußen sein, aktiv gemeinsam mit anderen Erfahrungen sammeln. Wir haben auf unserem Schulgelände zum Beispiel einen großen Schülergarten, ein Mondo-Raum, angelegt, der genau diesen Situationen den räumlichen Rahmen gibt.

Investiert wurde an der Hebelschule in den vergangenen Jahren vor allem aber auch in die neue Gestaltung von Fachräumen, um das wissenschaftliche Arbeiten und Forschen zu fördern. So wurde 2015 der Chemie- und Physikraum für 160 000 Euro modernisiert. Auch die Küche wurde 2015 auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Derzeit werden zudem die Technikräume in drei Bauphasen bis 2018 modernisiert und neu ausgestattet. Erfolge bei unterschiedlichsten Wettbewerben, unter anderem zahlreiche erste Plätze bei Jugend Forscht, zeigen, dass die Hebelschule mit ihrem Raumkonzept, die zum Entdecken und Lernen einladen, den richtigen Weg eingeschlagen hat. Im März diesen Jahres nahmen vier Schüler, Finn Scherer, Lara Drolshagen, Marie Bonfiglio (jetzt 9b) und Meike Wessel (jetzt 10b) zudem am sogenannten „Young Talents Day“ teil. Dieser fand am Robert Bosch College / United World College in Freiburg (UWC) statt. Vertreter verschiedener Umweltorganisationen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) trafen sich mit internationalen Experten und Umweltpreisträgern, um sich über Klimaauswirkungen, sowie Arten- und Umweltschutz auszutauschen. Bei Gesprächsrunden diskutierten die Hebelschüler auf Englisch mit Studenten und den „Laurates“ über Umweltproblematiken, Wertevermittlung und Problemlösungen. Zudem stellten die Schliengener ihr aktuelles Jugend-Forscht-Projekt zur „Mikroplasikuntersuchung des Rheins“ und das Umweltprojekt aus dem vergangenen Schuljahr ("Faserfilter für Waschmaschinen") im sogenannten UWC-Market vor.



Die Hebelschule – eine starke, demokratische Gemeinschaft

Wie wir alle gemeinsam - Schüler, Eltern und Lehrer - Schule gestalten, erklären wir in den nächsten Wochen im Rahmen einer regelmäßig erscheinenden Serie genauer. Wir geben Einblicke in unsere tägliche Arbeit und stellen das, worauf wir stolz sind und Wert legen, vor.

 

Gemeinschaft leben

Demokratie stärken

Erfolge feiern

 

Diese Eckpunkte unseres Leitbilds werden vor allem seit Jahren bei den Schülervollversammlungen gelebt. Von Schülern für Schüler lautet der Grundsatz dieser Versammlungen, die regelmäßig an der Hebelschule stattfinden. Den Start machten dieses Schuljahr die Schüler der 10b gemeinsam mit ihrer Lehrerin Angelika Hahnenfeld. Sie luden alle 5. bis 10. Klässler sowie alle Lehrer und am Schulleben Beteiligten in die Sporthalle ein.  Dabei bereiteten die Zehntklässler gemeinsam die Veranstaltung vor, organisierten eigenständig den Ablauf und führten wortgewandt als Moderatoren durch den kurzweiligen Vormittag. Sie übernahmen in besonderem Maße mutig Verantwortung für ihre Schulgemeinschaft.

Auf dem Programm stand dabei die Vergabe zahlreicher Urkunden, unter anderem an die Gewinner des Sommerturniers 2017 in den Kategorien Fußball und Volleyball. Zudem erhielten vier Schüler, Finn Scherer, Lara Drolshagen, Marie Bonfiglio (alle 9b) und Meike Wessel (10b) eine Auszeichnung für ihre Teilnahme am sogenannten „Young Talents Day“ am Robert Bosch College/United World College in Freiburg (UWC) im März.

Feierlich wurden die neuen Fünftklässler in der Schulgemeinschaft begrüßt. Für sie gab es bunte Luftballons und einen Willkommensgruß. Zudem stellten sich im Rahmen der Veranstaltung kurz die neuen Kollegen an der Hebelschule vor. Schülerinnen der 9b präsentierten schließlich die Ergebnisse der Bundestagswahl und verglichen diese mit den Ergebnissen der Juniorwahl.

Denn in der Woche vor der eigentlichen Bundestagswahl konnten Schüler, die noch nicht wahlberechtigt sind, ihre Stimme bei der so genannten „Juniorwahl 2017“ abgeben. Insgesamt beteiligen sich rund 87 300 Jugendliche an mehr als 360 Schulen aus Baden-Württemberg an dem bundesweiten Schulprojekt, das vom Kultusministerium unterstützt wird. Auch die Schülerinnen und Schüler der 7., 8., 9. und 10. Klassen der Hebelschule in Schliengen stimmten ab. Die 10b organisierte am Freitag, 22. September, dabei im zum Wahlbüro umfunktionierten Klassenzimmer die Wahl. Die Gemeinschaftskundelehrer der oberen Klassen bereiteten bereits im Vorfeld im Unterricht Themen wie Demokratie und Wahlen vor. „Ich habe gelernt, dass Politik auch Spaß machen kann und die Bundestagswahlen nicht langweilig sind“, lautete das Resümee vieler Schüler. Zum Abschluss fand die Wahl statt. Die Wahlbeteiligung der Schliengener Hebelschüler lag bei gut 82 Prozent, über dem landes- und bundesweiten Durchschnitt – ein beachtliches Ergebnis.



Mit Schwung in die Zukunft – Die Hebelschule entwickelt sich weiter

Mit dem erst vor kurzem gefeierten Spatenstich für den Mensabau der Hebelschule Schliengen wird ein weiterer Grundstein für eine zukunftsfähige Schule gesetzt.

Die Hebelschule Schliengen ist eine Gemeinschaftsschule mit rund 500 Schülerinnen und Schüler von Klasse  1 bis 10. Die Kinder der Klassen 1 bis 4 werden an den Außenstellen in Mauchen, Liel und Niedereggenen unterrichtet. Die Grundschüler lernen im ländlichen Raum in relativ kleinen Lerngruppen. Naturnah liegen die Außenstellen in den Dörfern  und bieten viele Möglichkeiten für projektorientierten Unterricht.

Die Sekundarstufe befindet sich in Schliengen.

Ab Klasse 5 bereiten wir unsere rund 300 Schülerinnen und Schüler auf die verschiedenen Abschlüsse (Hauptschulabschluss, Realschulabschluss und das Abitur, welches nach Klasse 10 auf einem allgemeinbildenden  oder beruflichen Gymnasium abgelegt werden kann), vor.

Die familiäre Atmosphäre  an allen Standorten ermöglicht und macht es notwendig Beziehungen einzugehen. Diese sind in der pädagogischen Arbeit, das unterstreicht die Hatty-Studie, für den Lernerfolg jedes einzelnen Schülers von großer Bedeutung. Daher legen wir auch großen Wert darauf, dass Beziehungen gepflegt werden. Dies gilt nicht nur für die Arbeit mit den Schülern und den Umgang der Schüler untereinander, sondern auch für die Kooperation im Lehrerkollegium und die Zusammenarbeit mit den Eltern. 

Derzeit unterrichten insgesamt 50 Pädagoginnen und Pädagogen an der Hebelschule Schliengen. Da ab Klasse 5 auf drei Niveaustufen unterrichtet wird, sind auch Realschul- und Gymnasiallehrkräfte  bei uns tätig. Darüber hinaus werden in den Klassen 1-10 insgesamt 17 Schülerinnen und Schülern von zusätzlich 2 Sonderpädagogen unterstützt.

Bild 2: Lehrerkollegium

  Daten und Fakten:

205 Grundschüler

3 Außenstellen in Mauchen, Liel und Niedereggenen

298 Sekundarschüler

50 Lehrerinnen und Lehrer

1 Schulsozialarbeiterin

1 pädagogische Assistentin

14 pädagogische Ergänzungskräfte

1 Schulhund

Ganztagesschule an 3 Tagen (ab Klasse 5)